FDP OPR
Aktuelle Beiträge

Frauentag: Dr. Schare-Ruf gegen doppelte Standards bei Frauenrechten

Am 8. März 2020 hatte die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit in das Filmtheater Neuruppin zur Matinee eingeladen. Gezeigt wurde der Film “Die perfekte Kandidatin” von Haifaa al Mansour, in dem eine junge Ärztin in Saudi Arabien mit Behörden und Vorurteilen kämpft und sich nach und nach emanzipiert.

Bevor der Film gezeigt wurde, erörterten Claudia Schubert, Beisitzerin im Landesvorstand der FDP Brandenburg und Mitglied im Vorstand der Liberalen Frauen Brandenburg, und Dr. Gabriele Schare-Ruf, Kreisvorsitzende der FDP in Ostprignitz-Ruppin und Fachärztin für Allgemeinmedizin,  im Gespräch mit dem Programmmanager der Naumann Stiftung, Oliver Numrich, über den Stand der Emanzipation in Brandenburg. Claudia Schubert betonte, dass es mehr struktureller Unterstützung bedürfe, damit Frauen die gleichen Chancen auf Aufstieg haben. Quoten lehnt sie allerdings wie die Mehrheit der FDP generell ab.

Claudia Schubert von den Liberalen Frauen Brandenburg vor dem Filmplakat von “Die perfekte Kandidatin”.

Dr. Gabriele Schare-Ruf betonte, sie sei zwar während des Medizinstudiums häufig die einzige Frau gewesen, habe aber nie Diskriminierung erfahren. Heute sei in diesem Studium vielmehr eine Männerquote nötig. Denn eine deutliche Mehrheit der medizinischen Erstsemester – in Berlin rund 70% – sind inzwischen weiblich. Viele stehen nach Beendigung ihrer Ausbildung dann oft nur eigeschränkt für die dringend benötigte Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung, weil sie dann eine Familie gründen möchten.

Dr. Schare-Ruf warnte eindringlich davor, einen “Kulturrabatt” bei Menschenrechten einzuräumen – jede Frau habe die gleichen Rechte auf Freiheit und Entfaltung, egal wo sie lebt und egal, welcher Religion sie angehört. Menschenrechte seien schließlich unteilbar. Sie kritisierte die doppelten Standards, die oft zum Beispiel bei Muslimen anlegten.

Auch sei die rechtliche Gleichstellung längst erfolgt, dagegen würde es aber für Frauen im Alltag immer schwerer, sich zu behaupten, wenn man etwa aktuelle Probleme wie die zunehmende Gewalt im öffentlichen Raum oder No-Go-Areas für Frauen denke, die sich an immer mehr Orten abzeichneten. Die freiheit der Frau sei akut gefährdet – nicht durch mangelnde Gesetze, sondern durch das Wiedererstarken archaischer, frauenverachtender Weltbilder, die dem Grundgesetz widersprechen.

Übrigens wies keine der lokalen Zeitungen auf die Veranstaltung hin, obwohl deren Vertreter rechtzeitig vorab eingeladen und ausdrücklich um eine Veröffentlichung gebeten wurden. Die Partei “Die Linke“, die denselben Film am Abend desselben Tages im selben Filmtheater zeigte, erhielt im Vorfeld einen großen Bericht im Anzeigenblatt “Märker“.


14. März 2020

Alle Beiträge Drucken