FDP Ostprignitz-Ruppin
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Kommentar: Ausbildungsberufe fördern – Azubis und ausbildende Unternehmen stärken!

Ein Kommentar von Friedrich Krüger, 21, Mitglied der FDP im Kreisverband Ostprignitz-Ruppin und Kandidat für die Stadtverordnetenversammlung von Neuruppin und den Kreistag von OPR:

In meiner zwölfjährigen Schullaufbahn habe ich knapp vier Wochen Praktikum erlebt; bis zum 18. Lebensjahr bin ich weder mit handwerklichen Berufen noch mit sozialen Berufen in Kontakt gekommen! “Ein Studium muss es sein” – das bekommt junge Leute von überall zu hören. Das Resultat sind aus allen Löchern platzende Universitäten mit vielen Studiengängen, deren spätere wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Mehrwert fragwürdig ist. Auf der anderen Seite sehen wir einen extremen Fachkräftemangel, der vor allem unsere regionale Wirtschaft immer härter trifft.

Ist denn ein Studium wirklich so erstrebenswert? Ich sage: oftmals nicht! Sicher gibt es Berufsfelder in denen das Studium der beste und teilweise einzige Weg ist. Aber wir sollten die großen Vorteile einer Ausbildung nicht vergessen. Oftmals wird einem in der dreijährigen Ausbildung deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein, praktische Erfahrung und Expertise beigebracht. Auch die Vernetzung im Unternehmen und der Region ist von Vorteil. Hören wir also auf, die jungen Menschen in ein Studium reinzuquatschen und zeigen ihnen auch die Vorteile anderer Wege!

Meine Meinung zu diesem Thema ist daher klar: Wir müssen die duale Berufsausbildung wieder attraktiv machen! Das schaffen wir vor allem durch drei Schritte:

  1. Mehr gesellschaftliche Akzeptanz
    Erstens muss das gesellschaftliche Ansehen endlich wieder in die Realität geholt werden. Es ist nicht richtig, dass ein Studium mehr Ansehen verdient als eine Ausbildung – beides ist vom Wert her gleich zu behandeln. Meister ist also gleich Master! Dazu gehört auch, dass Handwerks- und Ausbildungsberufe schon während der Schulzeit präsenter sind und mehr Raum zur Selbstdarstellung erhalten. Dazu gehört auch, dass die Berufsschulen attraktive, nachgefragte Ausbildungen anbieten, gut ausgestattet werden und möglichst nah zum Ausbildungsplatz zur Verfügung stehen. (siehe Punkt 1.6 im Wahlprogramm der FDP Brandenburg).
  2. Gleiche Bedingungen für Ausbildung und Studium
    Zweitens müssen finanzielle Förderungen für die Ausbildungsunternehmen eingerichtet werden, damit diese den potentiellen Azubis das gleiche bieten können wie das Studium. Denn wer mit 18 vor der Wahl steht, sollte nicht mit einer 40-Stunden-Ausbildungswoche finanziell schlechter gestellt werden als Studierende, die Bafög erhalten. Die FDP Brandenburg fordert deshalb zu recht eine elternunabhängige Ausbildungsförderung für volljährige Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende in Form eines Zuschusses in Höhe von 500 € und ein Darlehensangebot. Um die Ausbildung gegenüber dem mit in der Regel mehr Freiheiten verbundenen Studentenleben attraktiver zu machen, sollten auch erfolgreiche Handwerkstraditionen neu belebt und in das Bewusstsein zurück gebracht werden wie die etwa die Wanderjahre von Handwerksgesellen, die diesen ermöglichen, nach der Ausbildung die Welt kennenzulernen.
  3. Pragmatische Lösungen vor Ort
    Auch andere bereits existierende Ansätze auf Landkreisebene, die duale Ausbildung konkurrenzfähig zu machen, sollen weiter verfolgt werden wie beispielsweise kreiseigene Fonds zur finanziellen Förderung von Azubis wie in unserem Nachbarlandkreis Oberhavel oder deutliche Azubi-Ermäßigungen im Öffentlichen Personennahverkehr. Die landesweite Einführung eines AZUBI-Tickets für Auszubildende ist eine weitere Forderung aus dem Wahlprogramm der FDP.

Zusammengefasst: Ausbildungen stärken und den Fachkräftemangel vor Ort lösen! Die Idee, Fachkräftemangel durch massenhaften Zuzug von außen zu lösen, bedeutet neben kulturellen Problemen, anderen Ländern tausende Fachkräfte zu entziehen.


27. Februar 2019

Friedrich Krüger kritisiert, dass Ausbildungsberufe gegenüber dem Hochschulstudium benachteiligt werden. Dagegen setzt er konkrete Maßnahmen zur Aufwertung der dualen Ausbildung.

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